(1) Der Hauptunterschied zwischen den im In- und Ausland für Kettenbauteile verwendeten Stahlwerkstoffen liegt in den inneren und äußeren Kettenplatten. Die Kettenplatten erfordern eine hohe Zugfestigkeit und eine gewisse Zähigkeit. In China werden üblicherweise 40Mn- und 45Mn-Stahl verwendet, während 35-Stahl selten zum Einsatz kommt. Die chemische Zusammensetzung von 40Mn- und 45Mn-Stahlplatten ist breiter gefächert als die der ausländischen Stähle S35C und SAEl035, und die Oberfläche weist eine 1,5 bis 2,5 % dicke Entkohlung auf. Daher neigen die Kettenplatten nach dem Abschrecken und Anlassen häufig zu Sprödbrüchen.
Bei der Härteprüfung zeigte sich, dass die Oberflächenhärte der Kettenlasche nach dem Abschrecken gering war (unter 40 HRC). Wird eine bestimmte Dicke der Oberflächenschicht abgetragen, kann die Härte über 50 HRC erreichen, was die Mindestzugfestigkeit der Kette erheblich beeinträchtigt.
(2) Ausländische Hersteller verwenden im Allgemeinen S35C und SAEl035 und setzen modernere Durchlauf-Aufkohlungsöfen ein. Während der Wärmebehandlung wird eine Schutzgasatmosphäre für die Nachkohlung verwendet. Darüber hinaus wird eine strenge Prozesskontrolle vor Ort durchgeführt, sodass Kettenplatten selten auftreten. Nach dem Härten und Anlassen treten Sprödbrüche oder geringe Oberflächenhärte auf.
Metallographische Untersuchungen zeigen, dass die Oberfläche der Kettenplatte nach dem Abschrecken eine große Menge feiner, nadelförmiger Martensitstruktur (ca. 15–30 µm) aufweist, während der Kern aus streifenförmiger Martensitstruktur besteht. Bei gleicher Kettenplattendicke ist die minimale Zugfestigkeit nach dem Anlassen höher als bei inländischen Produkten. Im Ausland werden üblicherweise 1,5 mm dicke Platten mit einer erforderlichen Zugfestigkeit von über 18 kN verwendet, während inländische Ketten in der Regel 1,6–1,7 mm dicke Platten mit einer erforderlichen Zugfestigkeit von über 17,8 kN verwenden.
(3) Aufgrund der stetig steigenden Anforderungen an Motorradkettenbauteile optimieren in- und ausländische Hersteller fortlaufend die für Bolzen, Hülsen und Rollen verwendeten Stähle. Die Mindestzugfestigkeit und insbesondere die Verschleißfestigkeit der Kette hängen vom Stahl ab. Nachdem in- und ausländische Hersteller kürzlich 20CrMnTiH-Stahl anstelle von 20CrMnMo als Bolzenmaterial gewählt haben, erhöhte sich die Zugfestigkeit der Kette um 13 bis 18 %. Ausländische Hersteller verwenden zudem SAE8620-Stahl für Bolzen und Hülsen. Auch dies steht in Zusammenhang mit den genannten Faktoren. Die Praxis hat gezeigt, dass sich Verschleißfestigkeit und Zugfestigkeit der Kette nur durch eine Verbesserung des Passspiels zwischen Bolzen und Hülse, des Wärmebehandlungsprozesses und der Schmierung deutlich steigern lassen.
(4) Bei Motorradketten sind die inneren Laschen und Hülsen sowie die äußeren Laschen und Bolzen durch Presspassung miteinander verbunden, während Bolzen und Hülse Spiel aufweisen. Die Passung der Kettenteile hat großen Einfluss auf die Verschleißfestigkeit und die Mindestzugfestigkeit der Kette. Je nach Einsatzgebiet und Belastungsart wird die Kette in drei Klassen eingeteilt: A, B und C. Klasse A ist für hochbelastete, schnelllaufende und wichtige Kraftübertragungen vorgesehen; Klasse B für allgemeine Kraftübertragungen; Klasse C für normale Gangschaltungen. Daher sind die Anforderungen an die Passung der Kettenteile der Klasse A besonders hoch.
Veröffentlichungsdatum: 08.09.2023
